Sojabohnenpreise im Rückwärtsgang
Gute Ernteaussichten in Brasilien, eine schwache Nachfrage Chinas und Zweifel an der künftigen US-Biospritpolitik haben die Sojabohnenpreise zuletzt unter Druck gesetzt. Der CBoT-Märzkontrakt rutschte in der Vorweihnachtswoche auf ein Vierjahrestief. Zwar erholte er sich wieder, Analysten schließen aber einen Rutsch im Februar bis auf 9 $/bu (317 Euro/t) nicht aus. Mit den Bohnen gaben zuletzt auch wieder die Rapsterminpreise an der Matif nach.
Nach dreiwöchiger Seitwärtsbewegung sind die Sojabohnenpreise zuletzt auf Talfahrt gegangen. An der CBoT rutschte der am stärksten gehandelte Märzkontrakt in dieser Woche im Handel bis auf 9,45 $/bu (333 Euro/t) und damit auf den niedrigsten Stand seit September 2020. Anschließend setzte eine Erholung ein; am Freitag gegen 14:45 hiesiger Zeit wurden für diesen Future in Chicago 9,74 $/bu (344 Euro/t) gezahlt. Am 8. November hatte der Future aber noch 10,30 $/bu (363 Euro/t) gekostet.
Marktanalysten sprachen denn auch von einer rein technischen Reaktion. Maßgeblich für die jüngsten Abschläge an der CBoT sind laut ihren Angaben vor allem die Erwartung einer Rekordsojaernte in Brasilien und die schwache chinesische Nachfrage nach US-Bohnen.
Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) rechnet für Brasilien mit einer Sojabohnenernte im kommenden Frühjahr von 169 Mio. Tonnen; das wären 16 Mio. Tonnen mehr als in diesem Jahr eingebracht wurde. Weltweit insgesamt geht das USDA für 2024/25 von einer Produktion von 427 Mio. Tonnen Sojabohnen aus, gegenüber geschätzten 395 Mio. Tonnen im vergangenen Vermarktungsjahr 2023/24.
Hinzu kommt ein kräftiger Preisrückgang für Sojaöl aufgrund der Zweifel an der Biokraftstoffpolitik der zukünftigen Trump-Regierung. Der CBoT-Märzkontrakt für Sojaöl verbilligte sich binnen sechs Wochen um fast 18%, wobei er zwischenzeitlich unter die Marke von 0,40 $/lb (0,85 Euro/kg) fiel.
"Bearish" gestimmte Analysten schließen einen Preisrückgang bei den März-Sojabohnen bis auf 9 $/bu (317 Euro/t) nicht aus. Sie verweisen auf die aktuelle Chartformation, die schon 2023 um diese Zeit bei dieser Ölsaat aufgetreten sei. Anschließend hätten die Sojabohnenkontraktpreise im Februar 2024 um 1 $/bu (35 Euro/t) nachgegeben.
Der Preisdruck bei den Sojabohnen hat auch den Rapsmarkt nicht kalt gelassen. Nach der kräftigen Erholung in den ersten beiden Dezemberwochen musste die schwarze Ölfrucht an der europäischen Leitbörse Matif wieder Federn lassen. Der in Paris gehandelte Februar-Raps verbilligte sich in der laufenden Woche um gut 5% auf 517,50 Euro/t am Freitag (20.12.) gegen 15:45 Uhr. AgE

